Dienstag, 31. Januar 2012

BUGS BUNNY'S MOTHER'S DAY SPECIAL

Wer glaubt schon an den Storch


Nachdem die Cartoon-Specials der "Peanuts" erfolgreich im amerikanischen Fernsehen gelaufen waren, begann man in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre damit, Looney Tunes Specials zu senden. Während die ersten dieser Specials aus komplett neuen Animationen bestanden, ging man im Verlauf dazu über, klassische Cartoons mit neuen Sequenzen zu durchgängigen Storys zu verbinden. Gesendet wurden diese gerne zu besonderen Anlässen wie etwa den Feiertagen zu Ostern, Halloween, Thanksgiving, dem Valentinstag oder zum Muttertag. Wobei die jeweiligen Themen dazu (bunte Eier, Geister und Grusel, etc.) im Vordergrund standen.



Für den Muttertag am 12. Mai 1979 nahmen sich die Verantwortlichen klassische Looney Tunes mit dem betrunkenen Storch, der bei der Auslieferung ständig die Babys vertauscht, vor. Um die Cartoons mit Daffy Duck, Bugs Bunny, Foghorn Leghorn und Co. erfand man eine eher halbgare Geschichte, die die einzelnen Teile irgendwie verbinden sollte.



Das Special beginnt mit einem singenden Bugs Bunny, der zu Grannys Blumenstand rennt und dort an den Blumen schnüffelt. Die deutsche Fassung setzt erst bei der Schnüffelszene ein. Es folgt ein Zusammenschnitt mehrerer Sequenzen (z.B. aus "Goo Goo Goliath" und "Stork Naked") mit dem Storch, der die Babys ausliefert und dabei vor lauter Feierlichkeiten immer betrunkener wird. Es folgt eine gekürzte Version von "Quackodile Tears" mit Daffy Duck. Nach der Schlussblende des Cartoons geht es wieder zurück zu Granny, Bugs Bunny und dem Storch. Foghorn Leghorn kommt dazu und leitet "Mother Was A Rooster" ein. Als der gekürzte Cartoon fertig ist, verlässt Foghorn Leghorn die Szene und Bugs Bunny und der Storch erinnern sich an "Bushy Hare", wo Bugs als vermeintliches Känguruh-Baby in Australien landet. Am Ende blendet die deutsche Version direkt auf Daffy Ducks Haus in "Stork Naked" über, während das Original noch eine kurze Zwischensequenz zeigt. Granny fragt Bugs, wie er denn heimgekommen sei. Er hat dem Känguruh einfach einen Außenbordmotor verpasst und ist übers Meer geschippert. Danach betritt Daffy Duck die Szene und beschwert sich beim betrunkenen Storch, ehe der Cartoon losgeht. Mit dem Ende von "Stork Naked" bricht die deutsche Fassung ab. Es fehlen noch etwa 7,5 min, in denen andere Störche abfliegen und der Cartoon "Apes Of Wrath" gezeigt wird.



Ob es eine längere Fassung gibt, lässt sich nur schwer sagen, da Pro7 eine zeitlang nur ca. 14-15 minütige Bugs Bunny-Folgen (ohne Titel) sendete. Die Vergleichsfassung jedenfalls bricht nach Daffys Türdurchstoß ab. Direkt daran folgt die deutsche Schlussmelodie mit "Das Publikum war heute wieder wundervoll…!". Laut Serienguide soll allerdings noch der Cartoon "Mouse Wreckers" dazugehören. Diese Angabe bezieht sich aber auf die "Wer glaubt schon an den Storch" betitelte 25 min-Version. Von daher wäre eine Langfassung mit weiteren Szenen und "Apes Of Wrath" durchaus denkbar.



Da die Synchronfassung für die Bugs Bunny-Show "Mein Name ist Hase" gefertigt wurde, hört man die üblichen Stimmen in ihren Rollen. Für den Storch spricht Thomas Reiner, für Foghorn Leghorn Herbert Weicker und für Barnyard Dawg Leon Rainer. Deshalb weicht "Mother Was A Rooster" von der in Berlin bearbeiteten Version mit Martin Hirthe als Foghorn Leghorn (Bugs Bunny Episode 38 - Wo die Liebe hinfällt) ab. "Quackodile Tears" dagegen lief nie als Einzelcartoon im deutschen Fernsehen, sondern nur innerhalb des Muttertag-Specials.

Interessant wäre auf alle Fälle die 25minütige Version, die zuletzt auf Kabel 1 und Premiere Junior gezeigt wurde. Denn nur anhand dieser könnte man genau auf die Kürzungen der gezeigten Cartoons und des Specials insgesamt eingehen.



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